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Neue Veröffentlichung im Journal of Development Economics: "Holy cows and spilled milk: The impact of religious missions on firm-level productivity"

Karte von Dänemark mit den Standorten der Missionshäuser im Jahr 1920 und der geschätzten Einflussstärke der Inneren Mission, dargestellt durch Farbabstufungen von hellem zu dunklem Orange. © Bentzen, Boberg-Fazlić, Sharp, Skovsgaard, Vedel
Potenzieller Einfluss der Inneren Mission in Dänemark: Die Karte zeigt die Standorte der Missionshäuser im Jahr 1920 sowie das im Paper konstruierte Maß für die Einflussstärke der Bewegung. Abbildung 3 aus dem Artikel.
Haben religiöse Missionen die Produktivität von Unternehmen beeinflusst? Diese Studie untersucht den Einfluss der Inneren Mission auf die Produktivität im Dänemark des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, einer überwiegend protestantischen und homogenen Gesellschaft in einer Phase rascher Industrialisierung. Anhand von Daten zu 964 Molkereien und mithilfe eines Instrumentvariablenansatzes zeigen wir, dass die Innere Mission die Produktivität in der Butterherstellung verringerte, gemessen am Verhältnis von Milch zu Butter. Zwei Mechanismen waren dafür entscheidend: Sonntagsschließungen, die Skaleneffekte beeinträchtigten, und die Aufspaltung von Molkereien, wenn sich die Landwirte in Glaubensfragen nicht einig waren. Beides hinderte die Molkereien an einem effizienten Betrieb und verringerte ihre Rentabilität. Der dänische Fall zeigt, wie Religiosität Modernisierung und industrielle Entwicklung prägen kann, und zwar in einem Kontext, in dem koloniale Einflüsse und ausländische Missionare als Erklärung ausscheiden. Damit trägt die Studie zu Debatten in der Entwicklungsökonomik darüber bei, wie informelle Institutionen das Verhalten und die Produktivität von Unternehmen einschränken können.